6.11.06

Bowling

In "Big Lebowsky", einem meiner Lieblingsfilme, treffen sich einige Randständige im Bowling-Club und verbringen dort ihren Tag. Ich wollte wissen, ob das wirklich so sei, nahm neulich Nachmittags frei und fuhr in die düsterste Agglo, nach Schlieren in den "Bowling-Star". Es ist vierzehn Uhr, ich trete ein und stehe vor der Theke. Eine Dame mit tüppierten Haaren (genau so wie in der Lollypop-Party-Werbung) vermietet mir ein paar Schuhe und lässt einen Timer anspringen, während dem sie die Plastikblumen abstaubt, raucht (!) und "Beach Boys" auflegt.

Ich komme zu den Bahnen. Ein paar ältere Herren sitzen da, warten. Keiner schmeisst Kugeln. Wie David Hasselhof damals tragen sie ihre Hemden weit offen, mit Goldkettchen um den Hals und daran kleine Boing 747-Modelle. Aha, die ausgesteuerten Swissair-Piloten!

Dazwischen die üblichen, durch Dauerkiffen arbeitsunfähigen Ex-Hippies, "Peace man!", der eine oder andere Zeughäusler (Homo arsenalis) und jede Menge gescheiterte Skirennfahrer mit Österreich-Komplexen. Schlussendlich, ganz zuhinterst, wo es zu den Toiletten geht, treffe ich Michael an. Er lässt sich gerade die Schuhe wechseln und stoppt dabei die Zeit. Richtig, er lässt sich die Schuhe wechseln! Max, ein frustrierter Ingenieur, bindet ihm die Schuhe und ruft laut: "go!"

"Sie hätte ich nicht erwartet hier" schmunzle ich Michael an. "Und dass sie sich die Schuhe wechseln lassen, passt ja auch nicht wirklich zu ihrem Nachnamen: Herr Schuhmacher!"

3.11.06

Voilà

Es war schon nach 23:00 Uhr, also später als abgemacht. Trotzdem stieg ich in meinen Keller hinunter und besuchte Woitjla, meinen Polen. Da er um 05:00 wieder Dienst haben wird, lag er schon auf seinem Camping-Bett neben der Ölheizung und deckte sich mit seinen Jeans und seinem einzigen Pullover zu, während er die Schuhe als Kopfkissen zurecht stupfte. Sofort stand er auf und grüsste mich herzlich.

Ich nenne Woitjla immer nur Voilà, weil es einfacher ist. Er kommt aus Warschau, hat in Moskau Physik, Philosophie, Medizin und Klassische Musik studiert, fand aber keinen Job und landete eben bei mir. Er führt hier meinen Haushalt, hilft mir, wenn ich Briefe schreiben muss (Grammatik), bewirtschaftet meinen Garten und… sucht Rechtschreibefehler in den wichtigsten Tageszeitungen unseres Landes. Sauber aufgelistet legt er sie jeweils abends auf mein Pult. Oh wie schön ist es, tags darauf den jeweiligen Chefredaktor über "seine" Rechtschreibefehler zu informieren und ihn wie einen Schulbuben "Entschuldigung" stammeln zu hören!

Jedem seinen Polen! Er kriegt Kost und Logis umsonst und, als Leistungslohn, Ende Jahr die neue Velo-Vignette. Aber nur, wenn ich zufrieden bin. Ein modernes Arbeitsverhältnis also. Sein erster Job bei mir war die Formulierung eines Briefes an die örtliche Polizei, in dem ich diese aufkläre, dass ein illegaler Pole bei mir sei. Diesen Brief hat es in sich. Bei kleinster Widerrede seinerseits kann ich den Brief zücken und Voilà weiss, wo Bartli den Most holen geht… Ich kann so auf die Körperstrafe verzichten.

Aber eben, ich besuche Voilà im Keller und frage ihn, wie er die Abstimmung mit der Kohäsionsmilliarde einschätze. Was er abstimmen würde. Nach wenigen Zitaten berühmter Philosophen (Aristoteles, M. Leuenberger, etc…) und einer Zusammenfassung der wichtigsten historischen Eckpunkte in der Beziehung Schweiz - Osteuropa gibt er mir eine physikalische Definition des Begriffs "Kohäsion" aus relativistischer Sicht zum Besten. Das ganze singt er in der Melodie "Freude schöner Götterfunke" auf Russisch, Chinesisch, Andalusisch und schlussendlich Baseldeutsch.

Voilà weiss genau, dass ich Baseldeutsch hasse. Und überhaupt, wenn alle Osteuropäer so sind wie mein Voilà, dann wehe… ich werde ein Nijet einlegen.

30.10.06

Hauptsache, Bier ist drin

Was das wohl für besoffene Typen waren, die meine GSE 1420 konstruierten? Ingenieure, die sicherlich nicht allzu viel Konkurrenz zu befürchten hatten. Vermutlich sassen sie häufig auf ihrem Zeichentischen und tranken Bier, anstatt zu dimensionieren, zu berechnen und aufzuskizzieren. Damals in den Siebzigern (so alt schätze ich unsere GSE 1420 jedenfalls) glaubte man noch, die Erde sei eine Scheibe und lies die Koteletten bis zum Bauchnabel wachsen.

Heute kann ich diesen Schlendrian ausbaden. Unsere Geschirrspülmaschine GSE 1420 bringt nämlich höchstens ein Drittel des Geschirrs sauber. Und das auch nur, wenn alles vorgängig vorgewaschen wird (mit Spülmittel), die Maschine nur zur Hälfte gefüllt wird und der Filter während dem Spülvorgang mindestens zwei Mal gereinigt wird. Die schmutzigen zwei Drittel Geschirr sind reif für die Brockenstube, weil sich tausend Essrückstände unentfernbar in das Glas und Porzellan einäzen.

Aber unsere Wohnung hat so das Prädikat "Mit Abwaschmaschine" und ist darum rund hundert Franken teurer.

Neulich sprach ich unseren Abwart auf unsere Abwaschmaschinen-Probleme an. Drüben bei der Glassammelstelle. Auch er ist in den Siebzigern stecken geblieben, streicht sich durch seinen George Harrison-Schnauz und gibt mir den Tipp, die Maschine einige Male leer laufen zu lassen und vorher jeweils eine grosse Flasche Bier hineinzuleeren. Das nütze bestimmt.

Das mache ich nun. Aldi-Bier, bayrisches Weissbier, Calanda-Gülle… Anstatt damit den Feierabend zu geniessen, opfere ich diese unserer Geschirrmaschine. Meine Frau meint, es bringe wirklich etwas, ich sage das Gegenteil. Statistisch belegt werden kann jedenfalls nichts.

Dafür habe ich im Quartier jetzt den Übernamen "Bieri". Teenager stellen mir zwischendurch ihre leeren Bierflaschen in den Briefkasten und schmieren "Bieri, mach Ornig!" an die Hauswand, der Nachbar von unten lädt mich zu einer Degustationsfahrt nach Rheinfelden ein. Dabei lacht er frech.

Und wer ist Gewinner des Spiels? Die Geschirrmaschine! Diese wird nun (so wie ihre Erbauer damals) regelmässig mit Bier gefüllt, anstatt ihre Arbeit sauber zu machen.

27.10.06

Die Hölle

Im Eingang muss ich über ein paar halb geöffnete Kartonschachteln mit Plastik-Roboter klettern, mich zwischen einer übergrossen Batman-Figur und einem noch grösseren Gnom durchzwängen und komme endlich in die Halle. Bedrohlich schaut mich Batman an, als wollte ich etwas klauen. "Ich nehm' nichts mit!" Murmle ich eingeschüchtert.

Es herrscht ein Lärm wie auf einem Flugzeugträger, welcher durch satte Rockmusik zusätzlich nach oben getrieben wird. Ich suche mich durch häuserblocklange Regale mit Computer-Ballergames und Alleen von Barbies zu den Sandkasten-Spielzeugen durch. Dabei werde ich durch frei herumflanierende Kids mindestens drei Mal mit Laser-Pistolen niedergestreckt. Schlussendlich fährt eine fünfjährige Unglücksgestalt mit einem batteriebetriebenen, 1.5 Meter langen F16-A-Kampfbomber (inkl. Air-to-earth-missiles) in meine Wade. Ich will mich schon beschweren, da merke ich, dass die F16-A durch einen Robin Hood mit Plastik-Bogen und Plastikpfeilen gejagt wird, welcher mich sofort mit seinem magisches Schwert (rot blinkende Lämpchen) bedroht. Ich will den beiden schon Manieren beibringen, da sehe ich zwischen den Regalen ein Kid auf einem batteriebetriebenen Bagger, der kiloweise Plüsch-Dinosaurier vor sich herschiebt. Hier in der Nähe muss also die Sandkastenabteilung sein!

Die Sandkastenabteilung: Türme von halb zerfetzten Kartonschachteln, Plastik, Plastik, Plastik. Ich suche den besprochenen Lastwagen für mein Göttikind. Es gibt den Space-Catapillar, mit Flügelchen wie ein Raumschiff und fünf Super-Booster-Laserkanonen. Er ist intergalaktisch kompatibel und ab vier Monaten geeignet. (Wie bringst du einem Viermonatigen die Gesetze der Laseroptik bei?!?) Daneben stehen noch duzende Lastwagen mit Raupen, herausklappbaren Robotern oder Dinosaurierzähnen in der Motorenhaube. Doch die sind viel zu gross für meinen Kofferraum! Endlich finde ich das Modell "Barbie": Eine Kutsche mit Laderampe wie ein Lastwagen, mit vier batteriebetriebenen Pferdchen mit Goldkrönchen und Plüschsattel. Der Preis: Franken 19.95. Beim dritten Pferdchen fehlt ein Bein (wurde vermutlich durch einen Tyranosaurus Rex abgebissen oder durch ein M16 Sturmgewehr zerfetzt) und am einen Goldkrönchen kleben Reste eines Gummibärchen. Scheissegal, das nehm' ich, jetzt nur raus hier.

Unterwegs zur Kasse bedroht mich eine Siebenjährige, die sich mit dem "Beauty-Set 3000" die Haare blondierte und die Lippen fluoreszierend pinkig färbte. An den Ohren baumeln dezimeterlange Plastik-Ohrringe, die einen Hyperdiamanten oder so ähnlich darstellen sollten. Ob ich sie heiraten möchte… Instinktiv drehe ich rechts ab und flüchte direkt in die Feuerwerferreichweite eines 3 Meter grossen Mittelalterdrachens. Er lässt mich passieren, wenn ich eines meiner Pferde opfere. Ich reisse das Teil mit dem Gummibärchen an der Krone ab und beginne von nun an, wie wild Gegenstände um mich zu werfen: Magische Kartensets, Plastik-Knusperhäuschen, Aliens und CocaCola-Uhren. So halte ich mir den Mob vom Leibe.

Blass erreiche ich die Kasse. Den Batman am Eingang grüsse ich instinktiv freundlich, als hätte er mich ja vor all dem gewarnt.

Wenn es eine Hölle gibt, dann ist es ein ewiger Toys'R'us-Laden während der Vorweihnachtszeit, ohne Ausgang, ohne Pause, ohne Ladenschluss. Das wäre die Hölle!

23.10.06

Gross lernt es nie. Wir auch nicht.

Kennt ihr Andreas Gross? Der Zürcher SP-Nationalrat mit der Jesus-Frisur, die am besten zu Geltung kommt, wenn er aus der Froschperspektive abgebildet wird, mit Mahnfinger und Brille.

Gross war Mitgründer der GSoA, der Gesellschaft Schweiz ohne Armee. Das waren noch Zeiten! "Schlachtet die heilige Kuh!" und "Die Schweiz ohne Armee ist wie ein Fisch ohne Velo!" Was Gross nie begriff ist, dass genau wegen seiner Kampagne die Armee heute überhaupt noch existiert. Ohne ihn hätte die Armee nie solch umfassende Reformen angepackt. Eigentlich müsste Gross in den Generalsstab, so paradox das klingt. Als Pazifist wusste er eben nicht, dass man einen sterbenden Bär erst angreifen darf, wenn er auch wirklich final neutralisiert werden kann, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Und neulich versuchte er durch eine Indiskretion (das ist heute üblich) Blocher zu schädigen. Und wieder geht der Schuss nach hinten los: Blocher sagte gar nie, Afrikaner seien faul. Ein Rassismustatbestand ist das nie und nimmer. Vielmehr erzeugt Gross einmal mehr viel Sympathie für seinen politischen Erzfeind. Auch wenn die versammelte Linksintellektuellen-Gemeinde rumhüpft und ein paar Schwarze vor dem Bundeshaus mittanzen: Eine grosse Mehrheit der Schweizer wird die aufgeflogenen Äusserungen von Blocher gut finden. Die SVP gewann dadurch locker 20'000 neue Stimmen. Da bin ich überzeugt.

Aber wie steht es denn wirklich um Afrika? Es gibt tatsächlich namhafte, nicht einfach rechtspopulistische Fachleute, welche sich dafür stark machen, den Kontinent auf sich alleine gestellt zu lassen. Denn die riesigen Geldbeträge, die zur Entwicklungshilfe nach Afrika gepumpt wurden, förderten vor allem die Korruption und Misswirtschaft. Was also tun? Eine Mauer um den Kontinent bauen und sich der Tagesordnung zuwenden?

Afrika hält uns postmodernen Schnösel wunderbar den Spiegel vor Augen. Wir meinen, uns "dort unten" mit etwas Geld moralisch frei zu kaufen. Afrika ist uns doch im Grunde egal. Der Genozid in Darfur, die Beschneidung von Frauen, die Hölle von Liberia, die 40% AIDS-Infizierten in Südafrika: Wir sagen: "Huch, schick 'mal 'ne Million zur Linderung!" So geht das aber nicht. Afrikaner sind Menschen wie wir auch. Menschen brauchen Menschlichkeit. So blöd da tönt. Das heisst: echte Chancen. Ernst genommen werden. Aber vielleicht auch 'mal sanktioniert und isoliert werden.

Die Hilfe umfassend aus Afrika zurückziehen ist falsch. Für einmal hat Micheline recht. Aber besser machen müssen wir es auf jeden Fall. Vor allem müssen wir aus der Vergangenheit lernen.

Gell Andreas, das täte dir auch gut!

18.10.06

Die Schweiz ist ein Jassteppich

Knapp vor der Ziellinie musste ich es trotzdem noch lernen: Im letzten WK meines Lebens wurde mir das Jassen beigebracht. Das nationale Kartenspiel.

Und ich lernte ein extrem typisch Schweizerisches Spiel kennen (eigentlich müssten Einwanderungswillige mit dem entsprechenden Beamten einen "Coiffeur" durchjassen als Eintrittsprüfung):

Am Anfangs kriegst du neun Karten. Mit guten Karten geht es dir wie dem Millionärs-Schnösel von Zumikon in der hiesigen Realität: Ein einfaches Spiel und viel Lorbeeren am Schluss. Mit schlechten Karten sieht's düster aus. Rein theoretisch hättest du schon Chancen: Ein gutes Zusammenspiel mit dem Partner und viel Fleiss beim Sich-Merken, welche Karten schon gelegt wurden. Aber du wirst immer in der Defensive bleiben, Diskussionen haben und am Ende mit halbleeren Händen dastehen. Genau so wie all die Normalos, die mit Fleiss und Einsatz eine gutbürgerliche Ausbildung schaffen, sich eine Arbeitsstelle ergattern und mit noch mehr Schweiss und Überstunden sich schlussendlich einen italienschen Mittelklassewagen und Ferien in Tunesien leisten können. Sich Beklagen ist dann verboten!

Typisch auch all die Erwartungen, wie "man" sich verhalten muss: "Ein Ass spielt man sicher nicht auf eine Dame!", oder: "Mit dem 10er signalisiertest du, dass du noch mehr Karten hast!"… Im gleichen Tonfall ärgert man sich über die Heckenpflege des Nachbarn (man macht das anders!) oder der Art und Weise, wie die Wäsche im Trocknungsraum aufzuhängen ist.

Vor allem ist es ein Spiel der Bauern-Schläue. Es geht nicht primär um Intelligenz, sondern um eine gewisse Cleverness und Unverfrorenheit, kombiniert mit einem streng buchhalterischen Denken und starken Partnerschaften. Die selbe Kombination erscheint bei Subventionsforderungen der Bauern-Lobby oder Diskussionen um Südanflug-Routen oder Pharmapreise. Ein Vorgehen wie auf dem Schachbrett funktioniert hierzulande leider nicht.

Und die Bildchen auf den Karten? Der Herz-Bauer kommt sicher vom anderen Ufer. Auszusprechen wagt das niemand, jedoch lässt man ihn schon seit Jahrzehnten so leben. Unkompliziert, tolerant, aber auch irgendwie verklemmt. Und die Damen? Diese schauen tatsächlich drein, als hätten sie das Stimmrecht erst kürzlich erhalten. Auch das passt gut zu uns.

12.10.06

Die Zigarre

Bruno erbte mehr Geld als alle Bloger zusammen verdienen. Viel, viel Geld. Also kauft er sich neben der Villa am Züriberg und dem Maseratti einen diamantbesetzten iPod, ein paar Han-Dynastie-Vasen aus China und eine Zigarre. Eine Zigarre?!? Genau, ein sehr seltenes Stück, von Fiedel Castro persönlich gedreht. Der Preis: 25'000 Franken.

Auf Anraten seines Golfplatzbesitzers versichert er sodann sein Vermögen. Werterhaltung und –Sicherung ist sein neues Lebensmotto. Sogar eine Brandschutzversicherung für seine Zigarre schliesst er ab.

Doch Bruno ist auch ein Schlitzohr: An Silvester 2005 raucht er die erwähnte Zigarre zusammen mit Freunden aus der lokalen FDP. Anschliessend meldet er den „Brand“ und fordert von der Brandschutzversicherung die Übernahme der „verbrannten“ 25'000 Franken. Abzüglich Selbstbehalt. Natürlich sieht das die Brandschutzversicherung anders und verweigert die Zahlung. Eine Zigarre sei ja zum Rauchen, sprich Verbrennen gemacht. Das ist ihr eigentlicher Zweck! Blablabla. Anwälte mit hohen Stundenansätzen nehmen sich der Sache an. Bruno zieht die Versicherung vor Gericht und erhält Recht. Es ist ein Brandschaden und gemäss der abgeschlossenen Police muss die Versicherung zahlen. Zähneknirschend tut sie dies auch.

Doch Bruno ist nicht das einzige Schlitzohr. In der Brandschutzversicherung sitzen noch viel originellere Typen. Sie verklagen Bruno tags darauf auf vorsätzlich gelegten Brand eines brandversicherten Gegenstandes. Auch sie kriegen Recht. Bruno, der Zigarrenraucher, ist somit ein Brandstifter und wird mit einigen Monaten Gefängnis bedingt bestraft.

Recht schräg, nicht?

Die gelben Post-Wagen

Wiedereinmal ist Feierabend. Wiedereinmal stehe ich im Tiefbahnhof Zürich. Zusammen mit hunderten anderen Pendlern. Ich blättere einmal mehr lustlos in der „20 Minuten“, welche mich schon am Morgen höchstens 10 Minuten mitreissen konnte. Und einmal mehr fährt ein Güterzug mit knallgelben Post-Wagen langsam ein und bleibt einige Minuten stehen. Was sucht diese Zugkomposition mitten in der Rush-Hour im Tiefbahnhof?

Hier drei Theorien:
Die SBB transportieren im Auftrag der Schweizer Post Päckli und Briefe durch die Schweiz. Aus betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gründen werden dabei so viele Fahrten wie möglich per Bahn ausgeführt. So dürfen das RS-Fresspäckli, die Veillon-Kleidersendung und die Telefonrechnung auch ‚mal Eisenbahn fahren. Die Durchleitung durch den Tiefbahnhof Zürich ist rein betrieblich begründet. Das ist die offizielle Theorie.

Oder: Die SBB verschieben im Auftrag der Schweizerischen Post frisch gelb gestichene Güterwagen auf dem hiessigen Schienennetz herum. Hie und da liegt in den Wagen eine Telefonbuch-Sendung oder Todesanzeige für Fritz oder Franz. Um das geht es aber gar nicht. Mit diesem In-Bewegung-halten der Güterwagen wird wertvolle Werbung gemacht. Das ist viel billiger als die Miete eines Plakatfeldes im Bahnhof. Und weil die Bahn ökologisch weiss gewaschen wurde, kann auch keiner den Vorwurf unnötiger Leerfahrten machen. Das ist meine Theorie.

Oder: 2004 bestellte die Schweizerische Post an Stelle der geplanten 200 gelben Eisentransportwagen 2'000. Eigentlich war es ein simpler Schreibfehler von Willi, dem Chef-Einkäufer der Schweizerischen Post. Aber ein Chef macht keine Fehler. Da nun aber die Post nur Park-Kapazität für 200 Wagen hat, müssen zusätzliche 1'800 Wagen stetig auf dem Netz der SBB herumgeschoben werden. Das Schienennetz der SBB ist also so etwas wie ein dynamisches Parkfeld für zu viel bestellte Post-Wagen. Genau, und seit kurzem werden diese Wagen durch das Departement für Verteidigung, Bevölkerung und Sport gemietet. Im Innern der Wagen befinden sich riesige Röntgengeräte und Spezialkameras, welche mich und die hunderten von Mit-Pendlern durchleuchten und registrieren: „Aha, chrul hat heute Chinesisch gegessen und das Natel zu Hause liegen lassen!“ Heisst es sodann im Hauptrechner in Bern-Bümpliz. Das wäre die Theorie des Datenschutzbeauftragten.

8.10.06

Wer bist du?

Zu Dritt sitzen wir hinten im 20 Tonnen-Militär-Lastwagen. Geplant war die Verschiebung von 35 Soldaten, aber irgendwie tauchten diese nicht auf, also fahren wir mit diesem Stahlmonster durch die halbe Schweiz. Als gäbe einen Preis zu gewinnen, rast der Fahrer wie ein Irrer durch Thurgauer Dörfer, überholt unübersichtlich und bremst die Riesenmasse immer erst im letzten Moment ab: Ganz normaler WK-Wahn. Wir werden anschliessend 10 Stunden (!) in einem Unterstand in der Nähe von Herisau sitzen, ohne irgendetwas zu tun...

In Amriswil gönnen wir uns einen Kaffee. Ich begutachte den Fahrer. Was er zivil wohl macht? Er trägt eine Brille. OK, das sagt eigentlich noch nichts. Ich lernte schon hornbrillentragende Soldaten kennen, mega intellektuell, die sich als Bauarbeiter outeten. Vermutlich gibt’s einen Verleihservice für Intellektuellenbrillen im Militärdienst. „Was machst du?“ Frage ich also.

Ein HSG-Abgänger mit Doktortitel, der Mitinhaber bei einer der ältesten Privatbanken der Schweiz ist. OK!?! Ich komme mir wie im Poker vor: Einer blufft, er habe ein Full-House. Stimmt das nun oder nicht? Ist dieser Rennfahrer vis-à-vis wirklich ein Top-Shot der Banker-Szene? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Im Militär tragen alle die gleichen Kutteli. Ich lenke das Gespräch Richtung Volkswirtschaftslehre. Ein Gebiet, das ich überhaupt nicht kenne. Er äussert seine Meinung zur Leitzinspolitik der Nationalbank. Ich verstehe Bahnhof, aber seine Berufsangabe erscheint mir nun plausibler als vorher. Sonst würde wohl kaum Wörter wie „Hyperinflations-Trend“ gebrauchen. Es könnte sein.

Mit dem Batallions-Arzt diskutiere ich am Abend über die Ärzte, die jahrelang praktizieren, ohne Diplom, Patent oder irgendwelchen Abschluss. Mein Sitznachbar (Diplompsychologe) trinkt seine Stange leer und erklärt die Hintergründe solcher „Täter“: Entscheidend sei heute eben nur das Vokabular im Berufsalltag, damit kriege ein Fachmann den notwendigen Respekt und schlussendlich seine Legitimation.

Kleider machen Leute, Fachchinesisch macht Fachleute. So ist das. Und ist mein Fahrer nun Top-Banker oder nicht? Ich treffe ihn wieder, spät nachts vor der Unterkunft. Genüsslich raucht er einen Joint. Jetzt weiss ich es: Ein Top-Banker kann das nicht sein. Diese konsumieren bekanntlich Kokain.

Sag mir, welche Drogen du nimmst, und ich sage dir, wer du bist. So geht das.

2.10.06

Drei neue Gesetze

Montag Morgen, 07:15: Der Chefmechaniker Paul erklärt seinen Kollegen das neue, asymmetrische Koaxial-Umwuchgetriebe mit konkaver Innenruhe aus Porzellan. Er steht neben dem Kaffeeautomaten und spricht. Seine Kollegen stehen um ihn und hören zu. Einer kaut einen Kaugummi.

Montag Morgen, 08:15: Ingenieur Fabian lädt zu einer "internen Weiterbildung" ein und erklärt im Sitzungszimmer die Änderungen in den Normen betreffend dem Kippnachweis mehrfach gelagerter Stahlträger im Hochbau. Er legt eine Folie auf den Hellraumprojektor. Doch das Gerät ist noch nicht eingesteckt. Also bückt sich Fabian und drück den Stecker in die Dose. Die Kollegen sitzen am Tisch. Einer kommt zu spät, weil er die Zigi fertig rauchen musste.

Montag Morgen, 09:15: Geschäftsleitungsmitglied Bernhard präsentiert die Neuorganisation der Marketingabteilung. Neu ist der Vorsteher dieser Abteilung nicht mehr Ressort- sondern Abteilungsleiter. Doch der Beamer ist anderer Meinung und zeigt hartnäckig nur das Sony-Logo. Während dem ein Informatiker sich dem Problem annimmt, stösst Bernhard mit den Anwesenden an und isst Chips. Jemand telefoniert mit dem Natel.

Montag Morgen, 10:15: Stadtrat Müller informiert über die Neugestaltung der städtischen Abfallkübel. Zusammen mit den Architekten, Designer, PR-Fachleuten und Event-Manager trifft er auf die versammelte Schar der nationalen Journalisten. Ein Modell des Abfallkübels, welches durch "seine zitroide Form intuitiv Freshness und Exotik versprühen soll" möchte enthüllt werden. Ein paar Saxophonisten sollten Jazz spielen und ein Südsee-Indianer möchte Zitronenschnitze verteilen, mit Seetang umwickelt und Pouletfleisch gefüllt. Doch leider kommt der Teppichleger für die Tribüne zu spät und die Veranstaltung wird auf den Nachmittag verschoben. Während dem eine Event-Managerin dies mitteilt, baggert ein Journalist hemmungslos eine Informations-Fachfrau an.

Ich postuliere drei Gesetze:
Erstens: Je tiefer das Lohnniveau, je höher der Informationsgehalt (vom Koaxial-Umwuchgetriebe zum Abfallkübel).
Zweitens: Je tiefer das Lohnniveau, je weniger Pannen gibt es (keine Panne bis Verschiebung der Veranstaltung).
Drittens: Je höher das Lohnniveau, je unanständiger benehmen sich die Anwesenden (vom Kaugummi kauen bis zum Anbaggern).

1.10.06

Mario Corti ist ein Chef-Zombie!

Kürzlich war unser amerikanischer Nachbar bei uns. Und als die dritte Flasche Wein geöffnet wurde, begann er uns unglaubliche Geschichten zu erzählen: Zum Beispiel der Mondflug 1969, den gab’s gar nie! Die Landefähre war nur eine Kartonkonstruktion, die in einem Hangar des CIA in Nevada-Sand landete. Mit präzisen Beweisen fundierte er alles. Genau, und Kennedy wurde durch die Beach Boys erschossen und Fidel Castro ist eine Marionette der US-Waffenlobby. Abgerundet wurden alles durch 9/11: Die Twintowers wurden durch den Bush-Clan höchstpersönlich in die Luft gejagt (Mohammed Atta nahm vor dem geschichtsträchtigen Flug noch einen Brunch bei Bush’s!). Bin Laden ist ein alter Schulfreund von O‘ George und überhaupt ist der Irak-Krieg nur ein Theater, um uns vor einem Geheimkrieg in der Slowakei abzulenken... Mit grossen Augen hörten wir dem Nachbarn zu. Schlussendlich glaubten wir sogar, dass der teure Bordeaux, den wir für ihn öffneten, in einer Chemiefabrik in Nordkorea abgefüllt wurde.

Die Geschichten lassen mich nicht mehr los. Seit Wochen sammle ich nun Daten, suche Fachleute auf und recherchiere peinlichst genau. Und heute kann ich die ersten Enthüllungen veröffentlichen (im Wissen, dass ich damit meinen Kopf riskiere):

Gessler war ein Nidwalder, der im Import / Export von Hüten tätig war! Willhelm Tell dagegen ein Agent von Dolce & Cabana, der ein Konkurrenzprodukt zu den faden Jagdhüten Gesslers einschleusen wollte. An einer Ausstellung in Altdorf machte er sich sodann öffentlich lustig über die Habsburger-Linie, was zum allseits bekannten Konflikt führte.

Genau, und in der Schlacht von Marigniano 1515 verloren die Schweizer absichtlich schnell, um früh genug wieder in der Innerschweiz zu sein, damit sie den WM-Final nicht verpassten. Die Lombarden waren bekannt für langfädige Diskussionen. Ist doch klar.

Aber wusstet ihr, dass Mani Matter 1972 gar nicht starb bei seinem Autounfall? Ich untersuchte die Polizeiakten nochmals peinlichst genau und befragte den zuständigen Staatsanwalt: Mani Matter flüchtete gedeckt getarnt in die DDR, während dem ein Penner aus Olten an seiner Stelle beerdigt wurde. In Karl-Marx-Stadt wurde Mani sodann durch die Stasi in eine Frau umoperiert und machte in der Schweiz als Elisabeth Kopp in den Achziger eine beispielslose Politkarriere. Als die Stasi schlussendlich bei Elisabeth, allias Mani vorstellig wurde und die Rezepte der Toblerone einforderte, musste er/sie zurücktreten.

Kühl schauderte es mich jedoch, als ich mich dem Dossier „Grounding“ annahm... Die hunderten von Swissair-Flugzeugen in Kloten waren gar nicht echt, sondern aus Pappkarton gefertigt! Ich fand noch Resten der gigantischen Bastelbögen in einer Halle im Flughafengelände. Die tausenden von „wartenden“ Passagieren waren alles mittelose Studenten aus dem ehemaligen Ostblock. Kein Schimmer von Konkurs: Die Swissair existiert nach wie vor! Nur fliegt sie heute geheim. Die alten Jumbos und MD11 starten und landen nur bei dichtem Nebel und nachts. Anstatt Piloten sitzen Zombies in den Cockpits. Sie schmuggeln Aldi-Produkte in die Schweiz, schieben entführte Bauern in die Sklaverei nach Saudiarabien (oder wo sonst verschwinden all die Schweizer Bauern?) und importieren im Gegenzug geklonte Natel-Abonnement-Hausierer aus einem geheimen Südseeinsel-Labor.

Nachts, auf dem Balkon, kannst du bei Vollmond die alten Jumbos mit Schweizerkreuz sehen, wie sie starten und landen. Starten und landen. Starten und landen. Ohne Pause. Ohne Rast.

28.9.06

Uns fehlt Odol!

Kurz nach dem Studium wollte ich unbedingt dort wohnen, wo Zürich pulsiert: im Kreis 4. Bei einer entsprechenden Wohnungsbesichtigung erlebte ich dabei das extremste Beispiel. Ich, Single, interessierte mich für eine 2.5-Zimmer-Wohnung. Was ich auch zu Augen bekam. Nur lebte darin eine achtköpfige, tamilische Familie, welche die Wohnung auf mindestens 35° aufheizte. Die vielleicht vierzig Quadratmeter waren mit Matratzen, Fernseher, Kleiderkasten und Porzelanfiguren bedeckt. Pro Kopf benötigten diese Leute also gerade 'mal fünf Quadratmeter.

Das andere Ende der Skala sind Rentnerinnen, welche, nach dem die Kinder ausgeflogen und der Mann gestorben ist, alleine in einem 250 Quadratmeter-Haus leben. Pro Kopf also 250 Quadratmeter, oder fünfzig Mal mehr als die erwähnten Tamilen.

Wie viel Raum brauchen wir zum Wohnen? Das ist klar kulturabhängig: In Sri Lanka hat niemand ein Problem damit, ein Zimmer mit mehreren Familienangehörigen zu teilen. In Japan gibt es die berühmten Sarg-Hotels, die für mich sogar zum Atmen zu eng wären. In der Schweiz freut man sich anderseits über eine "grosszügige" Stube, welche genug Raum für ein Fussballspiel bietet und viel, viel Staubsauger-Stunden abverlangt. Während dem andere Leute ihr Geld in teure BMW's investieren, kaufen Schweizer lieber grosse Badezimmer und Grossraumküchen.

Einmal ehrlich: Haben wir ein Berührungsproblem? Fühlen wir uns nur noch "zu Hause", wenn die anderen Bewohner mindestens drei Stockwerke und 500 Quadratmeter entfernt sind? Oder leben wir alle seit den engen Verhältnissen während der Schwangerschaft in einem nie endenden Raumnot-Komplex? Vielleicht könnte gezielte, flächendeckende Psychotherapie unseren Raumbedarf zähmen und damit die ausufernde Siedlungsentwicklung und Kulturlandzerstörung stoppen?

Oder ist es schlicht und einfach unser Mundgeruch, der uns auf Distanz hält?

25.9.06

Der hohle Hohler

Ich glaube nicht, dass das Asyl- und Ausländergesetz unsere humanitären Wurzeln anknappert. Das Lachen unserer Aussenministerin ist viel unmenschlicher. Aber wer glaubt, mit den Gesetzen würden irgendwelche Probleme beseitigt, welche ich aus Gründen der Political Correctness hier nicht erwähnen darf, der irrt sich ebenfalls. Wenn du dir dein Goggi auf albanisch bestellst, wirst du auch in Zukunft fette Rabatte kriegen.

Der Pulverdampf des Abstimmungskampfes verzieht sich und zurück bleibt bei mir ein Schock. Sind wir in Rumänien 1970? Damals produzierten alle dortigen Künstler gleichgeschaltete, vorgegebene Gehorsamsprodukte (Opern, Gemälde, Theater und Skulpturen). Heute versprühen sie einen unkreativen Mief, der einem augenblicklich aus jedem Museum jagt. Keinen Deut besser ist es in der Schweiz. Das lernte ich in den letzten Wochen. Die einen produzieren "Rock gegen das Asylgesetz" (mit den immergleichen Batik-Hosen). Franz Hohler steigt aus der Vergessenheit auf und wettert so phantasievoll über die Vorlage wie meine Nachbarin über die unerwünschte Werbung im Briefkasten. Schriftstellerinnen, Theaterdirektorinnen und Bildhauer rotten sich zusammen und verkünden wie aus einem Mund: "Asylgesetz = böse".

Wo bleibt denn hier der Freigeist? Offensichtlich war es verboten, anderer Meinung zu sein. Künstlerische Auseinandersetzung, kreative Meinungsbildung oder phantasievolle Argumentationen durfte es nicht geben. Denn keiner beisst in die Hand, die ihn füttert. Wenn es eine anpasserische, arschleckende Szene gibt in unserem Land, dann sind das nicht die Banker oder Pharmaheinis. Es sind die Schriftstellerinnen, die seit Jahrzehnten nur eine Chance auf Beachtung haben, wenn sie unterdrückte, durch die Emanzipation erlöste Vorstadt-Mädchen-Autobiographien schreiben. Theaterstücke müssen unbedingt Linksautonome cool finden und wenn du in einer Rockband auftreten willst, musst du das Konzert mit "Legalize!" oder "Fuck Blocher!" beginnen. So geht das.

Hat schon jemand ein Schweizer Buch gelesen, welches die traumatischen Erlebnisse in der Krippe damals schildert oder die Psychosen einer hippen Patchwork-Familiy thematisiert? Wo sind die Gedichte verzweifelter Multikulti-Opfer? Und gibt es ein zeitgenössisches Theater, in dem der Mann am Schluss der Held ist?

Dazu hätte ich aber ein Beispiel: Stanic, der Rennfahrer: Unschuldig abgefüllt und mit 140 Sachen in ein Findling parkiert.

22.9.06

Viva!

Etwa 50'000 Menschen können die Sprache noch halbwegs sprechen. Wobei neben ihr (eben der Sprache) immer auch noch Schweizerdeutsch gesprochen werden muss. Andernfalls würde man verhungern. Zudem verunmöglichen die drei Dialekte der Sprache eine grobe Definition ihrer selbst.

Obwohl unser Land einige deutlich grösseren Bevölkerungsgruppen aufweist, die ebenfalls eigene Sprachen sprechen (Englisch, Türkisch, Albanisch, Tamil, Arabisch…), schaffte es die erwähnte Sprache, offizielle Landessprache zu werden: Alle Gesetze müssen übersetzt werden, ein TV-Fenster wird finanziert, Kulturförderung betrieben und die militärischen Grade umgetauft. Zur Erhaltung der Sprache werden Kommissionen, Arbeitsgruppen und Experten gehalten, die herausfinden, dass "Computer" oberhalb Illanz "Kömper" heisst. Ein Windows XP Grischa wird entwickelt und die Bedienungsanleitung des iPods übersetzt. Darauf können staatlich finanzierte Death-Metal-Bands geladen werden, welche ausschliesslich rätoromanisch röhren. Dass es sich im Wesentlichen um Aufnahmen einer deutschen Tunnelbohrmaschine im Vereina handelt, ist ja egal. Hauptsache, Geld fliesst in die Region.

Gekrönt wird die Vermarktung dieser künstlich beatmeten Sprache durch die "Sessiun" im zurückumgetauften Flems (anstatt Flims). Wenn ein solches Theater für japanische Touristen aufgezogen wird, verstehe ich das noch halbwegs. Aber hier werden die eidgenössischen Räte über den Tisch gezogen!

So gesehen sind die Rätoromanen sogar cleverer als die Walliser.

18.9.06

Töchter an die Macht!

Unsere Gesellschaft vercoolt. Schein ist wichtiger als Sein. Marken-Jeans, italienische Hemden und diese übergrossen Sonnenbrillen, die irgendwie insektenhaft wirken zum Beispiel. Vor allem dürfen aber keine emotionalen Regungen gezeigt werden: Freude, Trauer, Überraschung & Co. sind tabu. Kürzlich stand ich mit einem Aushängeschild dieser Gesellschaftskrankheit in der berühmten Migros-Schlange an. Zusammen mit meiner Tochter. Sie fand die riesige Sonnenbrille spannend und schmunzelte den Typen an. Er bemerkte es, lies sich aber nichts anmerken. Meine Tocher schmunzelt weiter, lacht: Immer noch keine Reaktion, aber der geneigte Fachmann merkt, dass hier Eis am schmelzen ist. Hartnäckig lächelt meine Tochter weiter in Richtung Coolo. Da plötzlich bewegt sich sein Mundwinkel, nur leicht und weniger als eine Sekunde. Der Mann zeigt Regungen! Wären wir nicht an die Kasse gekommen, hätte er sicher in Kürze seine Sonnenbrille gehoben!

Unsere Gesellschaft hat ein Integrationsproblem. Menschen aller Länder leben hier unter uns, haben aber keinerlei Kontakt zu uns Eingeborenen. Mitten unter uns besuchen sie das selbe Kino, die selben Banken und eben, die selben Strassenbahnen. Meine Tochter schmunzelt die Südamerikanerin in der hinteren Sitzreihe im 11er Tram an. Die Frau kann kein Deutsch und lebt vielleicht erst wenige Tage in der Schweiz. Aber natürlich beantwortet sie das Lächeln meiner Tochter umgehend. Eine Völkerverständigung beginnt...

Unsere Gesellschaft hat ein Produktivitätsproblem. Japaner und Südkoreaner leisten ein Mehrfaches und sind mit drei Ferientagen jährlich zufrieden. „Travailler c’est trop dur, mais rien faire ce n’est pas bien“ sang uns Polo Hofer ins Herz. Vor allem Innovation, Kreativität und Durchhaltewillen sind rar in unserem Land. Nicht aber in unserer Küche: Meine Tochter versucht schon seit 20 Minuten, ein Tupperware-Krug aus dem Schrank zu zerren. Dabei summt sie friedlich und versucht total konzentriert die originellsten Handgriffe, um das relativ grosse Ding zu bewegen. Es ist sechs Uhr Morgens. Wären wir anderen in unserem Land so früh, so motiviert, so konzentriert und so kreativ am Werk... Das Bruttoinlandprodukt würde explodieren.

Unsere Gesellschaft hat ein demographisches Problem. Wer zahlt in 40 Jahren die AHV ein? Natürlich: Meine Tochter!

Aus diesen Gründen beantrage ich die Nominierung meiner 10-monatigen Tochter zur Bundesratskandidatin.

30.8.06

Der Wolf

Leute. ich gehe zwei Wochen in die Ferien. Also fischte ich eine meiner älteren Kurzgeschichten aus einer Kiste auf dem Estrich und lass Euch damit alleine:

Der Wolf

Von Huttwil sind es nochmals 50 Minuten. Mit dem Auto, nicht mit dem Traktor. Zuhinterst, beim Eingang zum „Wolftäli“, das letzte Ghöft. Bidu von Allmen lebt hier mit seiner Familie: Bettina, seine Frau und Patrick, sein neunjähriger Junior. Bidu von Allmen ist Landwirt. Früher war dies ein ganz normaler Beruf, ein ehrenwerter, schöner Beruf. Doch heute schmilzt der nationale Bauernstand bekanntlich weg wie die Gletscher im Sommer. Es braucht nicht die täglichen Diskussionen vor der Käserei mit den anderen Leidensgenossen, das monatliche Budget zeigt es zu deutlich: Als Bauer kannst du keine Familie mehr durchbringen.

Vroni war. Vroni ist gewesen. Die schönste und stärkste Kuh. Als der Tierarzt sie einschläferte, musste Bettina weinen. Bidu und Patrick standen still daneben. Später, als Bettina und Patrick schon schliefen, rechnet Bidu nochmals nach. Es genügt definitiv nicht mehr. Nach unzähligen Generationen werden auch die von Allmens aufgeben müssen. Teilzeitjob in der Molkerei. Handlanger auf Baustellen, hilfsweise Schulhausabwart im Oberstufenschulhaus... Auch Bidu kann seine Tränen nicht mehr halten. Das darf doch nicht wahr sein.

Draussen bellt sein Hund, Blecki. Bidu liest, um sich zu beruhigen, den „Berner Landwirt“. Der Leitartikel: Der Wolf im Wallis. Blecki bellt weiter. Bidu liest, hirnt, träumt...

Daniel beruhigt sich am Internet. In Zürich Schwammendingen fahren die letzten Trams ins Depot, Daniel hat die Mailbox geschlossen und träumt. Er stellt sich vor, wie er in Alaska durch knietiefen Schnee watet, im Anschlag ein Doppelläufer. Es windet stark und nur zeitweise hört er das Heulen. Das Wimmern des Leitwolfs. Aber es kommt immer näher. Und wie er zwischen einer Hand voll Birken hindurch in eine Lichtung gelangt, sieht er sie plötzlich: Das Wölfe. Ein ganzes Rudel! Er realisiert, dass sie ihn wegen dem Wind nicht riechen können. Die Distanz: Vielleicht 100 Meter. Er hebt seinen Doppelläufer, legt ihn an, während er niederkniet und zielt auf den Leitwolf. Ein Prachtexemplar.

Nur aus Jux geht Daniel auf www.google.ch. Sucht unter dem Stichwort „Wolf“ und „Schiessen“. Zwischen den Hunderten von Treffern, welche entweder vom Bund, dem Kanton Wallis oder irgend einer Tierschutzorganisation stammen, gelangt er plötzlich auf diesen:

Der Wolf vom Wolftäli. Erleben Sie live eine echte Wolf-Jagd. bidu.va@sbv.ch (sbv: Schweizerischer Bauernverband). Daniel geht auf die Homepage. Es muss im Emmental sein. Ein Wolf aus dem Wallis habe sich dort versteckt. Sei den Behörden noch nicht gemeldet worden. Ein Zufall, dass im Wolftäli ein Wolf Zuflucht sucht? Ein Jäger, eben dieser bidu.va, bietet an, mit ihm das Tier zu jagen. Live, ohne Vorkenntnisse. Zuerst gibt es eine fundierte Einführung in die Technik der Wolfjagd. Übernachtung im Jagdgebiet, Ausrüstung und Verpflegung inbegriffen. Ein exklusives Abenteuer. Der Preis für das Jagdwochenende: 8'000 Franken.

Viel zu viel denkt Daniel. Trotzdem druckt er die Seiten aus und lässt sie in der Toilette liegen. Jeden Morgen und jeden Abend liest er von nun an das Angebot. Träumt, hirnt. Die 8'000.- wären genau der Bonus, der ihm sein Arbeitsgeber überwies. Ausserordentlicherweise. Ein Samichlausbatzen. Daniel arbeitet eben in einer Bank. Es vergeht eine Woche, da bringt er die Sache beim Nachtessen auf den Tisch. Seine Frau hat damit kein Problem, wittert sie dadurch doch ein freies Wochenende mit ihrer Freundin. Einzige Bedingung von ihr: Yves muss mit. Der Neunjährige soll ruhig auch dabei sein. Daniel zögert nicht lange und schreibt diesem bidu.va@sbv.ch ein Mail.

Sie einigen sich auf den 15. und 16. April. Treffpunkt: 17:00 auf dem Bauernhof. Schon um 16:30 hört Bidu, wie ein Smart Cabriolet versucht, den steilen letzten Abschnitt zum Hof zu meistern. Er hört den hubraumschwächlichen Motor heulen. Jaja, heul‘ wie ein Wolf, denkt Bidu und kriegt ein weiteres Mal ein schlechtes Gewissen. Aber was willst du, denkt er weiter... aufgeben? Ein von Allmen gibt niemals auf. Aus dem Küchenfenster sieht er, wie die zwei aussteigen. Der Cityflitzer bis zur Scheibe voll subventionierter Kuhscheisse. Ach Gott, was für ein Bürogummi, geht es Bidu durch den Kopf, wie er Daniel sieht. Addias Trecking-Schuhe aus der Migros. Feine, weisse Trecking-Hosen mit Bügelfalten. Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Uetlikulm, der Hausberg von Züri“ und einer Sonne. Ein blasses Gesicht, feine, drahtige Hände. Und erst der Sohn! Yves heisst er glaub ich. Spielt während dem Aussteigen Gameboy. Die Hosentaschen auf Kniehöhe, das Natel um den Hals.

Yves nimmt als allererstes das gelbe Schild „Warnung, bissiger Hund“ war. Er beginnt sofort hysterisch zu fuchteln und versteckt sich hinter dem Smart. Sein Vater redet auf ihn ein. Ziemlich lang. Bidu kann es aus dem Küchenfenster nicht genau sehen, aber dieser Daniel gibt Yves ziemlich sicher eine Tablette, ein Psychopharmaka vermutlich.

Bidu sagt "Hallo" und Yves schreit ihn sofort an, wo der Hund sei. Er habe hysterische Angst vor Hunden, fällt ihm Daniel ins Wort. Der Hund ist weg, sagt Bidu. Erst dann sagen sie sich guten Tag. Als in der Stube dieser Daniel dem Sohn erklärt, der Kachelofen sei ein Pizzaofen, Bauern würden jeden Abend Pizza essen, überlegt Bidu ein weiteres Mal, ob es keinen anderen Weg gibt. Diese zwei Zürischnorren bringen mich definitiv ins Grab, flüstert er Bettina in der Küche zu. Patrick, sein Sohn, steht daneben, grinst.

Nach einer währschaften Käseplatte und einer Flasche Wein werden die beiden Fremden langsam ruhig. Yves schläft in der Eckbank. Bidu zieht die Diaprojektor-Leinwart und projiziert das erste Bild. Ein Wolf. Er erklärt dem Städter, wie viel Beine ein Wolf hat, wie gut ein solches Tier riecht und sieht und wie es sich fortpflanzt. Die Infos entnahm er aus Wikipedia, gestern Abend. Er zeigt Bilder vom Wolftäli, erzählt irgend ein Märchen, wie er schon zwei Mal am Morgen früh beim Jogging den Wolf gesehen habe. Jogging und Bidu! Bettina muss schnell in die Küche, sie kann das Lachen nicht mehr verkneifen. Dann kommt das Bild vom Gewehr. Als Infanteriekorporal Bidu's Metier. Eingehend erklärt er Daniel die Waffe. Daniel sitzt da mit grossen Augen. Er fragt, ob er ‚mal probehalber schiessen dürfe und wird rot. Kein Problem! Yves bleibt in der Eckbank und die beiden lassen draussen auf dem Vorplatz ein paar Probeschüsse Richtung Hang ab. Daniel hat offensichtlich noch nie ein Gewehr aus der Nähe gesehen. Der erste Schuss geht fast senkrecht in den Himmel. Bidu betrachtet die Schweissperlen auf Daniels Stirn und überlegt sich ein weiteres Mal, ob er die ganze Übung nicht doch abbrechen soll.

Abgemacht ist das Frühstück auf 6 Uhr. Um 6:30 erscheint erst einmal Daniel und lächelt verlegen. Später schlurft dieser missratene Sohnemann Yves in die Küche und steht gleich als Erstes einer Katze auf die Hinterbeine! Ein erster Tumult, Patrick bringt die Spiegeleier. Doch Daniel will (Cholesterin) keine Spiegeleier. Und Yves murmelt etwas von Schokolade zum Frühstück. Kann er haben.

Während Patrick und Bettina die beiden Gäste unterhalten, verschwindet Bidu ins Kornhäuschen, wo seit gestern Mittag Blecki, sein Schäferhund, eingesperrt ist. Nach etwas Zureden hält er ihn zwischen den Beinen fest und beginnt mit seiner Vorbereitungsarbeit: Zuerst am Rücken sprayt er sein gutes Tier mit grauer Farbe voll. Er knetet die Haare und sprayt weiter. Blecki ist etwas verwirrt, aber ruhig. Ganze drei Büchsen Spray verbraucht er! Zwischen den Beinen hellt er den Hund mit weissem Spray etwas auf. Fertig ist der Wolf. Sofort bringt er seinen Schäferhund hinter den Stall und schliesst ihn im alten Pagero ein. Er dreht sich ein letztes Mal um. Sagt Blecki Adieu. Immerhin ein ehrenvoller Tod, denkt er. 9 Jahre, glaub ich. Er hätte es sowieso nicht mehr lange gemacht. Und weiter: Nie im Leben fallen die darauf ein! Nie im Leben.

Wie abgemacht verlässt Bettina die Küche, wie Bidu eintritt. „Der Schlüssel steckt“, flüstert Bidu seiner Frau zu.

Der alte Jeep ist voll geladen: Ein Korb mit Sandwichs, Orangensaft und dem Champagner (den öffnen wir, wenn wir das Tier erlegt haben!). Eine Schuhschachtel voll Munition, drei Gewehre, drei Feldstecher. Eine Schachtel mit Jagdbücher und Fotos von Wölfen. Ebenfalls: Wolldecken. Sogar eine Notfallapotheke ist verstaut. Bidu fährt, Beifahrer ist Daniel. Die beiden Jungen sitzen hinten und schweigen sich an. Yves will offensichtlich nicht mit. Ob es Angst ist? Oder Desinteresse? Demonstrativ spielt er auf seinem Gameboy. Es piepst unaufhörlich und Daniel bittet Yves, den Ton auszumachen, weil uns sonst der Wolf hört. Doch Yves’s Spielkonsole wird nicht leiser. Patrick sitzt daneben, grinst. "Bin ich froh, ist mein Patrick von diesem Scheiss nicht fasziniert", denkt Bidu.

Sie fahren auf dem Holzerweg hinein ins Wolfstäli. Langsam schlängelt sich der alte Jeep durch die Schlaglöcher und über die liegenden Bäume. Eine geschlagene halbe Stunde dauert es, bis sie im Fuchsacker sind. Dort wird parkiert und das erste Sandwich gegessen. Patrick hütet den Wagen. Erst jetzt fragt Daniel, wie teuer das Wochenende eigentlich sei, wenn sie das Tier gar nicht finden würden. Er habe da keine Angst, sagt Bidu nur. Yves macht eine weitere Szene. „Ich schwör auf diesen gefickten Mongowolf!“. Daniel redet lange auf ihn ein. Gibt ihm Tabletten. Viel zu spät ziehen sie los. Der Nebel lässt langsam nach. Das Gras riecht frisch. Und natürlich stolpert Daniel in das erste Mausloch in der Wiese. Yves lacht sich den Magen warm, während Daniel etwas von Bänderriss und Gelenkbruch schwafelt. Doch offensichtlich will Daniel diesen Wolf. Er steht auf wie ein Fussballstar nach einem simulierten Foul und humpelt mit. Wieso kam ich auf diese Idee, fragt sich Bidu ein letztes Mal. Aber jetzt gibt’s kein Zurück mehr.

Wie abgemacht suchen sie das Tier zuerst hinter dem Fuchsacker und dann weiter zur Rehlichtung. Schritt für Schritt pirschen sie durchs Gebüsch entlang dem Bach. Jeder normale Mensch weiss doch, dass es in dieser Umgebung keine Wölfe hat, denkt Bidu. Noch eher sitzen die auf dem Paradeplatz! Doch es scheint zu funktionieren. Yves lies seinen Gameboy im Jeep. Er hat offensichtlich Angst. Während dem Daniel und Yves ein Gewehr ohne Munition tragen, hält Bidu den Stutzen mit fünf Schüssen. Ein paar Mal geht er plötzlich in Deckung. Schaut. Tut, als höre er etwas. Bidu lernte Bettina eben in der Theatergruppe kennen. Seine Schauspielkünste ziehen offensichtlich immernoch. Jedes Mal geht Daniel instinktiv in die Hocke, das Gewehr im Anschlag und scannt die Umgebung mit dem Feldstecher ab. Ein paar Mal zischt er auch: „Wart ‚mal, dort drübern!“ und meint, das Tier zu sehen. Yves zittert vor Angst, Daniel atmet immer schneller.

Endlich, nach fast vier Stunden, kommen sie im Ändacher an. Yves’s Nerven sind am Ende. Er fuchtelt, schwitzt, flucht und uriniert alle fünf Minuten unkontrolliert. Daniel füttert ihn mit Tabletten und versucht, den naturerprobten Vater zu spielen. Wie abgesprochen kommen sie von Westen her zur grossen Lichtung. Und wieder geht Bidu sofort in die Hocke. Er befiehlt Daniel, die Wiese mit dem Feldstecher abzusuchen und wechselt sein Gewehr mit Daniels Waffe aus.

Bidu kann seinen Blecki schon mit blossem Auge sehen, als Daniel plötzlich aufgeregt winkt. Auch Yves packt den Feldstecher, fürchtet sich aber, hindurch zu schauen. Bidu schleicht sich zu Daniel und schaut in die Richtung, die ihm Daniel angibt. „Das ist er.“ Sagt er, so tief und abgebrüht wie er nur kann. Langsam packt Daniel die geladene Waffe und konzentriert sich auf das Tier. Blecki steht mitten in der Lichtung und schnuppert gelangweilt in den Tag. Er steht dort, wo er immer steht, wenn von Allmens im Ändacher holzen oder Bienenstöcke platzieren und ihn dabei mitnehmen.

Schon eine gute Weile hält die Spannung an, Daniel mit dem Gewehr im Anschlag, Bidu daneben, mit dem Feldstecher, da reisst bei Yves der letzte Faden. Er schreit wieder und wieder „Mongowolf!“ und rennt plötzlich davon. Blecki hört das natürlich sofort und rennt auf Yves zu. Klar doch, er will spielen! Für Bidu geht alles zu schnell. Der Hund erreicht Yves und springt an ihm hoch. Daniel schreit unkontrolliert „Wolf!“ und „Yves!“. Ein Schuss geht los. Zuerst in die Luft. Der nächste Richtung Holzstapel, hinter dem Bettina im Pagero wartet. Der Dritte ist nicht schlecht gezielt und fliegt Richtung Yves und Hund.... Erst jetzt packt Bidu Daniel und wirft ihn zu Boden. "Nur jetzt nicht noch Willhelm Tell spielen!" geht es Bidu durch den Kopf. Und dann steigt es in ihm hoch, das unbeschreiblich eklige Gefühl, wenn etwas schief lief, auffliegt und Konsequenzen haben wird. Als würde er das Couvert mit einer Steuerrechnung öffnen. Diese Verzweiflung…Yves schreit. Schreit so laut, wie nur ein Stadtkind schreien kann. Daniel wehrt sich am Boden und keucht „Wolf...“.

Dann wird es still. Alle rennen sie zu Yves. Blecki leckt an Yves Oberschenkel. Die Kugel hat ihm das Knie zertrümmert. Daniel steht nur da und weint. Bidu schämt sich; er muss lachen. Zu grotesk ist alles. Nur Bettina ist geistesgegenwärtig. Sie reisst Yves das Natel vom Hals und ruft die Rega an.

Alle sind sie wie in Trance, als endlich der Helikopter anfliegt. Während Blecki auf die Maschine zu rennt gratuliert Bettina ihrem Mann für diese super Idee.

28.8.06

Keine toten Hosen

Die Frage, wer "die Hosen an hat" ist in sich eigentlich schon längst veraltet. Heute hat sie und er Hosen an. Meistens Jeans. Dass die Frage ein Fossil ist, merke ich zudem daran, dass dies überhaupt eine Frage ist. Scheinbar war das früher nicht klar. Heute weiss jedes Kind, dass die Frau die Hosen an hat. Logo.

Wirklich früher musste der Mann noch angreifende Wölfe würgen, gleichzeitig mit dem lokalen Fürsten diskutieren, wie viele Pferde als Steuer eingezogen werden und nebenbei den Lebensunterhalt für etwa 20 Mäuler bei Wind und Wetter sicherstellen. Mann-sein war damals heavy. Das Beeren-Pflücken und Windeln-Waschen der Frauen war dazu vergleichsweise simpel.

Heute hat der klassische Mann einen Arbeitsvertrag, ein geregeltes Einkommen und arbeitet mehr oder weniger hart. Je nach Job braucht er noch etwas Hirn, Initiative und das, was landläufig mit "Pfupf im Arsch" gemeint ist, das ist aber die Ausnahme sowie vollkommen irrelevant. Er wurde zum Geldlieferanten seiner Familie degradiert. Die klassische heutige Frau muss dagegen neben dem Stützunterricht für den Jüngsten, der Asthma-Diagnose der Ältesten, der Reparatur der Auspuffaufhängung beim Auto und dem Ess-Service der Schwiegermutter auch noch die Ferienplanung im Griff haben, die Blutwerte des Mannes, die Rekursmöglichkeiten der Steuereinschätzung und die verschiedenen Hypothekenmodelle. Die heutige Frau hat es oft anspruchsvoller als ein Geschäftleitungsmitglied eines mittleren Konzerns. Locker.

Darum, liebe Leute, hat sie auch die Hosen an. So gut wie immer. Eigentlich schneiden sich Feministinnen ins eigene Fleisch, wenn sie mehr berufstätige Frauen fordern. Mit jeder Frau, die aus dem Haushalt-Führen in ein geheiztes Grossraumbüro gezerrt wird, verspielt Frau viel Macht und Autorität.

23.8.06

Röntgen-Wahnsinn

Petra will Röntgenassistentin werden. In ihrem Alltag wird sie Hände, Rücken und Füsse röntgen, immer schön so, wie es der Arzt wünscht. Wenn sie Glück hat, darf sie vielleicht 'mal einen Vorschlag machen, wie ein Oberschenkelbruch besser dargestellt werden könnte, oder mitbestimmen, ob das neue Röntgengerät blau-grau oder grau-blau geliefert werden soll. Ansonsten wird sie immer schön brav Dienst nach Vorschrift machen müssen.

Die Ausbildung geht so: Nach einer Eignungsprüfung muss sie acht Monate als provisorische Auszubildende arbeiten, mit drei Schulblöcken. Erst dann darf sie die Aufnahmeprüfung für die eigentliche Ausbildung ablegen. Dort musste sie in zwölf von zwölf Fächern eine genügende Note haben. Bei den Fächern Optik und Kernphysik wird dabei nicht mit verdünnter Suppe gekocht, es werden auf hohem Niveau "Grundlagen" vermittelt.

Petra hat Pech. Sie macht zwar sehr gute Noten, schneidet bei einem einzigen Fach aber ungenügend ab (weil der zuständige Lehrer längere Zeit krank war) und wird darum nicht für die Ausbildung zugelassen. Zudem kann die Prüfung nicht wiederholt werden. Das sei so, weil der Beruf Röntgenassistentin auf Fachhochschulniveau gehoben werden soll, heisst es. Dabei wird ein Selektionsverfahren angewendet, welches härter als bei Medizinstudierenden ist.

Wer aber glaubt, dass wir in Zukunft durch Fachhochschulabgehende geröntgt werden, irrt sich. Immer weniger Spitäler sind bereit, einen solchen Ausbildungs-Irrsinn zu finanzieren, zudem werden diejenigen, welche gut genug für dieses "Studium" sind, gleich das Vollstudium Medizin machen. Das geht etwa gleich lang. Dipl. Röntgenassistentinnen FH werden rar sein. Geröntgt werden wir also durch spanische und slowenische Leute. Na dann: "Buenos Dias!"

Schon wieder wird ein Beruf auf Fachhochschulniveau gehoben, um endlich die Benachteiligung typischer Frauenberufe zu mildern. Auch wenn die Ausbildung damit in keinem Verhältnis zum Arbeitsalltag steht. Es geht ums Prinzip. Schon wieder fertigen sich damit ein paar Bildungsverantwortliche Monumente und zerstören gleichzeitig bewährte Ausbildungsgänge. Schon wieder werden damit die Gesundheitskosten nach oben getrieben, denn eine Fachhochschulabgängerin muss auch entsprechend entlöhnt werden. Auch wenn der Job weit weniger anspruchsvoller ist als derjenige eines profanen Bauarbeiters.

Und schon wieder steht eine intelligente, leistungswillige und gesunde junge Frau ohne Ausbildung auf der Strasse. Wieso unternimmt eigentlich niemand etwas?

21.8.06

Mein wöchentlicher Big Mac

Montag ist Mc Donald's - Tag. Einmal pro Woche darf auch ich ungesund essen. Ich mache das, damit meine Verdauung nicht übermütig wird und aus Solidarität mit den zu Junk-Food verdammten Jugendlichen. Also: Ich stehe an, drängle mich geschickt zwischen zwei Kolonnen nach vorne und stehe hinter einer touristisch gekleideten Mutter, welche für ihre zwölf Kinder unterschiedliche Menüs in Esperanto bestellt. Das entpuppt sich etwa so kompliziert wie die Ausarbeitung einer neuen UNO-Resolution und braucht dementsprechend Zeit. Nach Stunden komme ich dran:

"Guten Tag, Big Mac - Menü Medium mit Cola zum hier essen, bitte." Sage ich und staune, wie schnell ich mein Essen kriege. Wegen dem tiefen Schwerpunkt der Angestellten kann diese blitzschnell in engen Radien zur Getränkeausgabe, zum Pommes-Automat und den Schleusen der Big Mac's spurten. Amazing! Ob das die Kinder heute im Turnunterricht lernen?

Ich fische mir einen Essplatz zwischen einem verliebten Teenie-Pärchen und einem Banker in Vollmontur, der gleichzeitig SMS schreibt, via Fernsprecheinrichtung telefoniert, Pommes isst und den Hamburger kaut. Ich beginne mit den Pommes, weil diese mit jeder Minute schwammiger werden. Sogar Mc Donald's - Hasser sind sich einig, dass dies die besten Pommes überhaupt sind. Nachher kommt die Cola, damit mein Magen genügend Säure für die anstehende Verdauung erhält. Zum Schluss noch den Big Mac:

Vorne schwabbt Käse heraus, seitlich links eine Tomate, rechts etwas Sauce. OK, wenn ich rechts hinein beisse, drücke ich zwar die Sauce in meinen Mund und kann die Tomate links mit der freien Hand halten, aber der weiche Käse würde ungehemmt auf den Tisch fallen. Ich muss also meinen Mund so weit öffnen, dass ca. 70% des Big Mac's sicher hinter meinen Zähnen liegen, mit der einen Hand die erwähnte Tomate halten und mit der anderen abwechslungsweise den Big Mac stützen und den ausquillenden Käse Richtung Mund drücken. Theoretisch kein Problem. Ich lege los, doch der Unglücks-Big-Mac zerbricht sofort, die Tomate klebt an meinem Hemd und der Käse liegt mit viel Sauce auf meiner Hand. Im Mund drin ist etwas Fleisch und eine Gurke. Zudem tropft Sauce auf den Boden. Da ich keine freie Hand habe, muss ich den Saucen-Verlust mit lautem Schlürfen minimieren. Der Banker verabschiedet sich und die Teenies grinsen mich an. Einer zückt sogar sein Foto-Natel. Damit das Brot nicht auch noch auf den Boden fällt, bin ich zudem gezwungen, mit dem offenen Mund in einer schnellen Drehbewegung nach oben wenigstens die eine Scheibe zu retten.

Beim Verlassen des Lokals verlangt der Filialen-Leiter einen Fünflieber für die durch mich verursachten, überdurchschnittlichen Reinigungskosten. Ohne Murren suche ich das entsprechende Münz und klebe es ihm mit all den Saucenresten und der besagten Tomate aus meiner Hand an seine Kravatte. Sein Gesicht hättet ihr sehen sollen!

19.8.06

In der Mitte liegt das Fleisch und der Käse

Ach, wie war es früher schön: Als Teenie konnte ich täglich acht Stunden schlafen, ging maximal 20 Stunden pro Woche in die Schule und hatte sonst frei. Oder nahm mir frei. Ich machte mich über „Bürogummis“ lustig und verdammte lautstark die „Leistungsgesellschaft“. Wobei bei Trinkgelagen die Leistungsfähigkeit durchaus ihren Stellenwert hatte.

Heute bin ich kaffeesüchtig, weil Schlaf das einzige ist, das für notwendige Pflichten gekürzt werden kann. Regelmässig. Ich habe schon Dienstag-Mittag so viel gearbeitet wie damals während der ganzen Woche. Und ich leiste. Nicht weil ich es geil finde, oder darauf stolz bin, sondern weil ich muss. Abends in der S-Bahn schaue ich den heutigen Teenies zu, wie sie Büchse um Büchse Bier vernichten, primitive Lieder aus dem Ghettoblaster mitgrölen und mir beim Aussteigen „Gib dem Opi Opium!“ zurufen. (Ich bin 33 Jahre alt.) Was soll’s, ich war auch nicht besser.

Wenn ich aber die früheren Züge nehme, sitze ich mit topfiten, braun gegerbten Rentnern im Abteil, welche ihre neusten Barrivox und GPS-Geräte verstauen, während die Frauen hightech-Gore-Tex-Jacken falten, bei welchen die Kapuze mehr kostet als meine ganze Wanderausrüstung. Sie erzählen von Touren, bei denen es mir schon nur vom Zuhören schwindlig wird. Unter 4'000 Meter über Meer geht nichts. Ich hätte keine Chance mitzuhalten. Dem Kondukteur zeigen sie brav ihre staatlich subventionierten Rentner-Abos, während sie die fetten Aktiengewinne diskutieren.

Natürlich gibt es auch andere alte Leute: Kranke und/oder Arme. Ich versuche hier nur, den Durchschnitts-Pensionär zu charakterisieren.

Da kann man sich schon wie im falschen Film vorkommen. Oder besser, wie in einem Sandwich eingeklemmt. Wobei beim Sandwich bekanntlich der mittlere Teil der wertvollste ist.

17.8.06

Glück gehabt Zleeze!

Dies ist die Geschichte von Leutnant Zleeze, dem Befehlshaber der leicht bewaffneten C-Klassen-Fregatte 47-11 der intergalaktischen Konföderation:

Nachdem wir wegen einem Elektronensturm tagelang weder Koordinaten, Zeitraumpunkte noch irgendwelchen Funkkontakt mit der Basisstation aufnehmen konnten, erreichten wir am 17. August die Romanshorn-Galaxie, den äussersten bekannten Ort unseres Systems. Unsere Fregatte wies kleinere Störungen im Ionen-Kernantrieb auf, schien ansonsten jedoch intakt. Wir landeten auf dem Planeten mit der Nummer 8986123371296984671.

Anstatt dort jedoch von vielleicht einfältigen, aber umso freundlicheren Bewohnern willkommen geheissen zu werden, versank unser Raumschiff plötzlich in dunklem Nebel. Stimmen kamen näher. Wir alle wurden betäubt. Dann riss der Film.

Als nächstes erinnere ich mich, wie ich in diesem orangen Plastikbehälter sitze. Es ist hell, der Behälter ist sicher 8 Meter hoch und arschglatt. Der Plastik weich, aber dick und nur konturenhaft durchsichtig. Neben mir liegt eine ebenfalls orange Masse, die einen Geruchmix zwischen Walliser Fondue und Fertigpizza verströmt. Offensichtlich ist das meine Nahrung.

Erst nach Tagen realisiere ich, dass ich hier von autobusgrossen Roboter-Aliens gefangen gehalten werde. Täglich kriege ich zwei Mal die erwähnte orange Masse als Mahlzeit, wobei ich jedes Mal die Hälfte übergeben muss. Zusammen mit der Lieferung werde ich einem medizinischen Check unterworfen; Puls, Atem, Conconitest, irgend ein Psychopharmaka wird injiziert und schlussendlich muss ich einige Elektroschocks über mich ergehen lassen. Einmal pro Woche wird der Tupperware-Käfig geflutet, damit mein Erbrochenes und meine Notdurft weggespült werden. Ansonsten werde ich in Ruhe gelassen. Mein Ruf nach einem Anwalt verhallt im Plastikkäfig wie ein Mäuse-Piip im All. Also singe ich zur inneren Aufmunterung "Orange Submarine" von den Beatles. Do you sing orange?

Nach Monaten der geschilderten Beschaulichkeit liegt plötzlich ein Natel neben mir. Ein Natel!! Motorola oder Nokia. Sofort packe ich es und rufe meine Frau an. Es klingelt und sie nimmt ab! Doch schon schnell merke ich, dass es sich nur um eine computergenerierte Stimme meiner Liebsten handelt. Ich kriege einen Wutanfall und der nächste medizinische Test benötigt mehr Zeit und Psychopharmaka. Doch irgendwann resigniere ich und gebe mich damit zufrieden, mit einer simulierten Stimme meiner grossen Liebe zu plaudern. Ich schildere ihr meine Ängste. Die künstlich erzeugte Frauenstimme tröstet mich. Manchmal rufe ich sie oder ihn (den Computer) an, manchmal klingelt es und ich werde angerufen.

Nach einigen Wochen habe ich keine Hemmungen mehr, auch erotische Gespräche mit der Computerstimme zu führen (sie kann sogar stöhnen!). Auch ist es durchaus möglich, Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen virtuell anzurufen. Ich verbringe täglich über 20 Stunden am Natel. Plaudere, höre zu und wechsle alle 30 Minuten das Ohr. Dabei fühle ich mich immer erschöpfter. Die Gespräche machen süchtig! Mein ganzes vegetatives Nervensystem schreit förmlich nach Schlaf und Gesprächsschluss, aber ich bringe es nicht zu Stande, aufzuhängen. Zudem klingelt es sofort wieder, wenn ich auflege, irgend ein virtuell generierter RS-Kollege ruft an und fragt mich, wie es mir geht…

Doch eines Tages funktioniert das Natel nicht mehr. Es macht keinen Wank mehr. Da ich über Wochen trainiert wurde, täglich bis zum buchstäblichen Umfallen zu telefonieren, kommen sofort die Entzugserscheinungen. Ich will telefonieren!! Nach wenigen Minuten drehe ich durch, renne mir den Kopf in den weichen Plastik und liege schlussendlich schluchzend wie ein Kind am Boden. Ich realisiere, wie mich die Roboter genau beobachten. Nur massive Elektroschocks können mich noch bewegen. Und immer wieder kommt der orange Junk-Food und der Gesundheitstest…

Zwei Tage später kriege ich folgendes SMS von meiner Frau: "Hallo Schatzi-Mau%si!" Offensichtlich beginnt jetzt die Phase mit den SMS. Ich schreibe zurück, verfluche den Computer, der meine Intimsphäre in Bits und Bytes zerlegt und meine Ehe zu einem reinen Software-Problem degeneriert. Ich drohe einen Hungerstreik an und beginne tatsächlich damit. Bei diesem Kotzfutter ist das nicht schwer. Schlussendlich zerhaue ich das Natel in kleine Einzelteile. Mein einziger Gegenstand in meiner Zelle ist nun dahin. Was soll's? Doch am nächsten Morgen liegt ein brandneues Gerät da. Ich werde wilder, male mit meinem Kot Natel-Lästerungen an die Plastikwände, doch leider werde ich immer schwächer wegen dem Hungerstreik und bin froh, wenn ich es wenigstens noch schaffe, das Natel jeden Abend zu zerstören. Denn jeden Morgen liegt ein neues Teil da. Frisch, glänzend, provokativ. Telefonieren kann ich nicht mehr damit, nur noch SMS schreiben.

Wochen später: Ich sitze da wie ein Yogi und verweigere mich standhaft dem Natel. Es sind schon 50 neue Nachrichten drauf. Shit on it. Geduldig erwarte ich den nächsten Gesundheitstest und hoffe, die abschliessenden Elektroschocks zu überleben. Das alles ist schlimmer als die Hölle. Und macht zudem keinen Sinn. Wieso ein Natel? (…)

Da plötzlich kommt mir der Gedankenblitz: Ich bin im Grunde genommen ein Versuchstier! Diese gigantischen Roboter-Alien halten mich wie eine Labormaus und testen an mir Wege, wie sie mich total Natel-abhängig machen können! Urplötzlich macht alles Sinn: Die Tests, die generierten Stimmen… Irgendwer versucht, mich mit dem Instrument Natel zu versklaven!


Kurz darauf verstarb Leutnant Zleeze an der Schwächung durch seinen Hungerstreik. Ein Roboter versuchte noch, ihm die orange Brühe intravenös zu verabreichen, kriegte aber den Schleim nicht in die Venen rein. Schade. Legen wir eine Gedenkminute ein.

Und, was ist die Moral der Geschichte? Leutnant Zleeze ging es nicht wirklich schlecht, er musste nämlich nie für die konsumierten Natel-Drogen bezahlen. Diesbezüglich war er ein Glückspilz.

This page is powered by Blogger. Isn't yours?